Sexuelle Revolution/Revolution der Jugend ?

Erstellt am: 2010-05-27 23:47:05 von: ghamila
Viele Eltern sind nur noch sprachloss,,leben uns aber die Kinder nicht etwas vor was wir tief in uns haben ? Viel Spas beim lesen dieses Artickel den ich im Netz fand..


Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)
ZUM MENÜ
Sexualität in der Pubertät
Roswitha Spallek



Kinder werden heute früher geschlechtsreif
Die Beschleunigung der körperlichen Entwicklung durch die reichhaltige Ernährung in den letzten Jahrzehnten macht unsere Kinder auch früher geschlechtsreif. Das durchschnittliche Alter beim Eintritt der ersten Regel liegt bei 12,5, Jahren, das des ersten Samenergusses bei 13,5 Jahren und hat in den westlichen Industrieländern in den letzten hundert Jahren um 3 - 4 Jahre abgenommen. Dieser Umstand ist jedoch nicht alleine für die Vorverlegung der sexuellen Aktivitäten unserer Kinder verantwortlich. Es sind ganz wesentlich die geringeren Hemmschwellen und die besseren Rahmenbedingungen für die gelebte Sexualität von Jugendlichen: In den letzten Jahrzehnten, beginnend in den Sechzigerjahren hat sich eine sexuelle Revolution vollzogen, die den Jugendlichen bis dahin nie gekannte sexuelle Freiheiten beschert hat. Besonders die zunehmend positive Einstellung der Eltern zur Sexualität ihrer Kinder hat dies möglich gemacht. So akzeptieren heute die meisten Eltern den Geschlechtsverkehr von Jugendlichen schon in sehr frühen Jahren, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie feste Bindung, Empfängnisverhütung und körperlich-geistige Reife und erlauben die körperliche Liebe sogar ganz bewußt im eigenen Haus.

Auch die Medien tragen dazu bei, daß Kinder heute ihre Sexualität sehr viel früher entdecken als noch vor 30 bis 40 Jahren. Schon präpubertäre und auch jüngere Kinder erleben aufreizende Sexszenen im Fernsehen, sehen sich in unbeaufsichtigten Stunden die Pornovideos der Eltern an oder können sich in jeder Illustrierten über die sexuellen Praktiken und Vorstellungen von Prominenten oder auch vom "ganz einfachen Mann" informieren. Dadurch werden sexuelle Bedürfnisse, die in jedem Kind schlummern, aktiviert, und schon Kindergartenkinder versuchen sexuelle Annäherung an das andere Geschlecht. Dies gab es auch schon früher im Rahmen der sexuellen Erforschung des anderen Körpers oder aber um eigene sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen, aber nicht in der gezielten auf Sex ausgerichteten Aktivität. Vor allem von Erzieherinnen erfährt man über diese Sexualisierung unserer Kinder: Jungen mit 5 - 6 Jahren folgen den Mädchen auf die Toilette und versuchen diesen ihren Penis in die Vagina oder den After zu stecken mit Bemerkungen "wie gefällt dir das?", oder "laß es uns auch tun". Werden die Kinder älter, wird häufig auch die sexuelle Aktivität stärker, im Widerspruch zu der von Freud beschriebenen Latenzphase zwischen 6 Jahren und der Pubertät. Beginnt schließlich die sexuelle Reifephase, sind Mädchen und Jungen oft sehr früh bereit, sexuelle Erfahrungen zu machen.


Typische sexuelle Erfahrungen
Mit durchschnittlich 14 Jahren erleben Jugendliche den ersten "richtigen" Kuss, mit durchschnittlich 15,5 Jahren beginnt der Junge mit dem "Necking", dem Streicheln des nackten weiblichen Oberkörpers und der Brust, mit 16 Jahren kommen die ersten Pettingerlebnisse hinzu (Streicheln der äußeren Sexualorgane und Berühren des äußeren Scheideneingangs mit der Hand, dem Penis oder auch mit Lippen und Zunge), bevor Jugendliche im Alter von durchschnittlich 17,5 Jahren erstmals mit einem Partner schlafen. Häufig kommt es auch schon bei der ersten sexuellen Begegnung zu Necking und Petting. Für den Jugendlichen bedeutet dies, dass er vom 13. bis 17. Lebensjahr, in der Phase der stärksten sexuellen Wünsche und Bedürfnisse und auch am Höhepunkt seiner sexuellen Leistungssfähigkeit (Kinsey) bei voll entwickelten Sexualorganen und sexuellen Empfindungen keine sexuellen Kontakte zum anderen Geschlecht hat, sondern auf Selbstbefriedigung angewiesen ist, die daher mit 14 bis 16 Jahren ihren Höhepunkt erreicht. Bereits ab 20 sinkt die sexuelle Leistungsfähigkeit des Mannes wieder, und er wird nie mehr in der Lage sein, so häufig einen Orgasmus zu haben wie als Jugendlicher.


Jugendliche unterscheiden anfänglich noch nicht zwischen Sex und Liebe
Jugendliche verlieben sich zunächst in die äußere Erscheinung eines Partners, weniger in seine inneren Werte. Zunächst gehen sie miteinander, halten Händchen, verbringen die Freizeit miteinander, küssen sich noch schüchtern auf den Mund und haben das Gefühl zusammenzugehören. Diese erste zarte Liebe hat viel mit Romantik zu tun. Es können Monate bis Jahre vergehen, bevor die Verliebten dann ihre erste intime Erfahrung machen, häufig unter dem Druck der Peergruppe. Der Einfluss der Medien und der Druck der Gruppe auf das Sexualverhalten kann in der Pubertät nur deshalb so groß sein, weil das Selbstwertgefühl der Pubertierenden sehr instabil ist und eine große Unsicherheit besteht. Das mangelnde Selbstwertgefühl und die mit den pubertären Veränderungen des Körpers und der Sexualorgane entstehenden Selbstzweifel bewirken, dass das Mädchen die Anerkennung durch die Gruppe braucht und dafür auch bereit ist, nun endlich mit ihrem Freund zu schlafen, um dieses Erlebnis hinter sich zu bringen. Der Junge möchte endlich die Erfahrung machen, die einen Jungen zum Mann macht. Erst am Ende der Puberät beginnen Jugendliche zwischen Liebe und Sex zu unterscheiden. Es kommt zu einer echten ersten Liebe, in der der Partner wegen seiner Werte mehr geliebt wird als wegen seines Äußeren. Es kommt zu einem gemeinsamen Erleben, zum Beispiel von Natur und Musik. Liebe und Sexualität verschmelzen, Treue und Liebe werden zu hohen Werten.


Was sind die Sorgen und Ängste, die Jugendliche plagen, wenn es mit der Sexualität losgeht
Die größte Sorge von Jugendlichen ist, daß sie anders sein könnten als Gleichaltrige und beim anderen Geschlecht nicht ankommen. Daher versuchen sie sich in allen Bereichen an die Vorstellungen ihrer Peergruppen anzupassen. Sie wollen sich so wie diese benehmen, so aussehen und wenn möglich noch cooler und sexier sein. Betrachtet man die heutigen Jugendlichen, so sind Mädchen gestylt und gekleidet wie Mannequins und die Jungen tragen Frisuren, die an balzende Vögel erinnern, mit cool von den Lenden hängenden Hosen.


Das erste Mal
Beim ersten Geschlechtsverkehr kommt es für das Mädchen zu einem einschneidenden Erlebnis, nämlich dem Zerreißen des Jungfernhäutchens. Obwohl in der Regel der Schmerz bei diesem Vorgang recht gering ist, vorausgesetzt der Partner ist zärtlich und behutsam, haben wohl alle Mädchen ein wenig Angst vor diesem Ereignis, vor allem auch weil sie sich ängstigen, etwas falsch zu machen. Wenn es dann vorbei ist, sind die meisten Mädchen froh und stolz, unabhängig davon, ob der Sexualakt für sie beglückend war oder nicht.

Da es sich bei den obigen Angaben über den ersten Geschlechtsverkehr um Mittelwerte handelt, sind einzelne Jugendliche diesen Angaben um Jahre voraus oder hinterher, wobei Mädchen, im Gegensatz zu früher, bei ihren ersten sexuellen Aktivitäten eher jünger sind als Jungen. Während 1966 (Clement, 1986) nur elf Prozent der 18-Jährigen angaben, Geschlechtsverkehr zu haben, erbrachte bei gleicher Fragestellung eine ähnliche Umfrage 1994 (BzfgA) folgende Zahlen: 77 Prozent der 17-Jährigen, 55 Prozent der 16-Jährigen, 26 Prozent der 15-Jährigen und noch immerhin neun Prozent der 14-Jährigen hatten ihren ersten Geschlechtsverkehr schon hinter sich.

Das erste Mal ist auch für Jungen nicht immer ein voller Erfolg. Da der Junge keine eigenen Erfahrungen hat und diese auch nicht durch die detailliertesten Darstellungen von Sexszenen in den Medien ersetzt werden können, verläuft der erste Geschlechtsakt häufig etwas ungeschickt. Der Junge hat noch nicht gelernt, seine Gefühle zu zeigen und darüber zu sprechen und hat nur Erfahrungen mit der Selbstbefriedigung, bei der es um einen raschen Orgasmus geht. Häufig bereitet das Ungestüm des Jungen dem Mädchen Schmerzen, die es auch äußert, worauf dem werdenden Mann abrupt die Kraft verloren gehen kann. Selbst wenn das Glied steht, kann der Junge Probleme haben, es in die Vagina einzuführen, weil er entweder vor lauter Aufregung den Weg nicht findet oder weil der wenig zärtliche Umgang mit dem Mädchen verhindert, dass dieses genügend Schleim produziert, der das Eindringen in die Vagina erst möglich macht. Wenn in solchen Situationen das Mädchen die Initiative übernimmt, kann das erste Mal für beide aber doch noch zum beglückenden Erlebnis werden.

Auch bei Jungen kommt es zu einer anhaltenden Vorverlagerung des ersten Geschlechtsverkehrs. Im Jahr 1966 hatten 25 Prozent der 18-jährigen Jungen ihren ersten Geschlechtsverkehr schon hinter sich (Clement). Im Jahr 1994 hatten bereits 72 Prozent der 17-jährigen, 50 Prozent der 16-jährigen, 25 Prozent der 15-jährigen und neun Prozent der 14-jährigen Jungen schon mit einem Mädchen geschlafen (BzfgA).


Sexuelle Aufklärung
Die sexuelle Aufklärung sollte zu Beginn der Pubertät längst abgeschlossen sein. Dennoch gibt es immer noch Jugendliche, die kaum eine Aufklärung erfahren haben, weil ihre Eltern aus Scham dieses Thema scheuten. Die Aufklärung in den Schulen sollte zumindest die wichtigsten Fakten umfassen, ist jedoch nur so gut wie es die Persönlichkeit und Einstellung des aufklärenden Lehrers zuläßt. Aber auch die beste Aufklärung in der Schule kann das vertrauensvolle Gespräch mit den Eltern nicht ersetzen. Mit dem Eintritt des Kindes in die Pubertät sollten alle Eltern - sowohl die, die zeitig aufgeklärt haben, aber erst recht die, die dies versäumt haben, ein Gespräch mit dem Kind suchen, bei dem sie offen und ehrlich über alle Probleme der Pubertät sprechen. Das beginnende Brustwachstum oder die beginnenden Hoden- und Penisvergrößerung können zum Anlass genommen werden, ein solches Gespräch zu führen. Je öfter und je offener über dieses Thema gesprochen wird, desto weniger Geheimnisse birgt es und desto natürlicher kann das Kind seine pubertären Veränderungen annehmen.

Ein weiteres Gespräch sollte beim Auftreten der ersten Regel oder des ersten Samenergusses erfolgen. Bei dieser Gelegenheit sollte die Sexualität im Vordergrund stehen. Eltern können mit der nun gegebenen Möglichkeit, ein Kind zu zeugen, in das Gespräch einsteigen. Die meisten Pubertierenden werden diese Gefahr weit von sich weisen, dennoch sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass auch sie irgendwann einem Jungen oder einem Mädchen begegnen werden, mit dem sie schlafen wollen. Sie sollten ihrem Kind sagen, dass sie dies verstehen können und es auch akzeptieren werden, und diese Gelegenheit wahrnehmen, ausführlich über Freuden, aber auch Gefahren der Sexualität zu sprechen, vor allem über die Gefahr der frühen Schwangerschaft und Ansteckungsrisiken. Am besten, Sie schenken dem/der Pubertierenden schon zu dieser Zeit als Anschauungsmaterial ein Präservativ und erklären gleich dessen Anwendung.

Die rechtzeitige Aufklärung erfüllt zwei wichtige Funktionen: Einerseits wird der Jugendliche über die Gefahren und Freuden einer frühen sexuellen Beziehung informiert. Andererseits erlebt er die Eltern als Partner, die offen über Sexualität sprechen und offensichtlich sexuelle Gefühle achten und verstehen. Sie werden damit im Notfall zu wichtigen Ansprechpartnern und können Hilfestellung bei entstehenden Problemen leisten.


Empfängnisverhütung
Da Jugendliche ihre ersten sexuellen Kontakte heute verhältnismäßig früh haben, sind sie meist noch nicht in der Lage, Fragen der Verhütung eigenverantwortlich zu regeln. Das beginnt bei der Entscheidung über die verschiedenen Verhütungsmethoden, bei der die Hilfe der Eltern oft sehr wichtig ist. Als sicherste Verhütungsmethode für junge Mädchen gilt die Pille; Verhütungsmethoden wie die Spirale oder natürliche Methoden sind für Jugendliche ungeeignet, da sie in jungem Alter entweder medizinisch nicht unbedenklich oder zu unsicher sind. Zusätzlich sollte als Schutz vor Aids und Geschlechtskrankheiten immer ein Kondom verwendet werden. Der Schutz ist allerdings nur so gut wie das Kondom. Produkte schlechter Qualität sind nicht immer dicht oder können bei sehr heftigen Bewegungen einreißen. Man sollte daher nur geprüfte Qualitätsprodukte mit dem Aufdruck "dlf" verwenden, was einem Qualitätssiegel für Kondome entspricht. Auch das Haltbarkeitsdatum ist zu beachten, da zu alte Kondome brüchig werden und ihre Schutzfunktion nicht mehr ausüben können.

Das Kondom ist bei richtiger Handhabung und bei Verwendung eines Markenprodukts ein sehr sicherer Schutz. Reißt es doch einmal, so kann die Frau innerhalb der nächsten 24 Stunden einen Arzt aufsuchen, um ggf. mit der "Pille danach" eine Schwangerschaft noch abzuwenden. Die Eltern sind aber häufig auch als Erziehungsberechtigte in der Pflicht, z. B. bei der Entscheidung für oder gegen die Pille, da der Gesetzgeber dem Arzt erst ab einem Alter von 14 Jahren erlaubt, ohne Einwilligung der Eltern die Pille zu verordnen, allerdings nur in Ausnahmefällen. Erst ab 16 Jahren kann sich das Mädchen ohne Einschränkungen die Pille selbst verordnen lassen.

Je jünger das Mädchen ist, umso weniger erfahren ist sie, und umso stärker braucht sie die Hilfestellung der Eltern. Grundsätzlich sollten Eltern bereit sein, dem Wunsch des Mädchens nachzukommen, sofern sie in ihrer sexuellen und persönlichen Entwicklung reif ist für den Geschlechtsverkehr. Aber auch wenn dies noch nicht der Fall ist und die Eltern die Zustimmung zur Verordnung der Pille verweigern, sollten sie immer bedenken, dass das Mädchen mit großer Wahrscheinlichkeit dennoch mit dem Jungen schlafen wird - eine Gelegenheit findet sich immer -, dann aber ohne sichere Verhütung.

In jedem Fall ist ein Gespräch mit dem Gynäkologen und eine gynäkologische Voruntersuchung anzuraten, damit der Frauenarzt aufgrund seiner Einschätzung und Erfahrung die richtige Pille für das jeweilige Alter verschreiben und auch auf Nebenwirkungen der Pille hinweisen kann. Bei bestimmten Krankheiten sollte die Pille allerdings nicht verschrieben werden.


Wie Eltern Problemsituationen ihres Kindes in der sexuellen Reifephase bewältigen können
Die körperlichen Veränderungen und die erwachende Sexualität fordern den Jugendlichen jeden Tag aufs Neue. Ängste, Konflikte, Probleme werden dabei immer wieder auftreten. In diesen Situationen ist es sehr wichtig, dass der Jugendliche auf das Verständnis seiner Eltern zählen kann und sie ihn konstruktiv begleiten können. Dabei gibt es drei Ansätze, Problemsituationen in der sexuellen Reifephase des Jugendlichen zu entschärfen.


Thematisieren der körperlichen Veränderungen
Die erste Maßnahme besteht im Wahrnehmen der rein körperlichen Veränderungen und dem Erkennen von Fehlentwicklungen oder vermeintlichen Fehlentwicklungen. Falls ein begründeter Verdacht auf eine Fehlentwicklung besteht, sollte diese mit dem Jugendlichen besprochen werden und es sollte eine rasche Diagnose und eine möglichst optimale Behandlung angestrebt werden.

Auch alle anderen Themen der Sexualität sollten immer wieder offen besprochen werden. Das hilft dem Jugendlichen nicht nur in seiner gegenwärtigen Situation, sondern prägt auch sein eigenes Verhalten im Umgang mit seinem späteren Partner. So ergab eine Untersuchung aus Berlin über das Verhalten von Jugendlichen beim Sex eine Reihe von interessanten Aspekten. Wenn in der Familie generell ein offener Umgang mit dem Thema Sexualität herrscht, nehmen Jugendliche die elterliche Aufklärung besser an. Diese offene Haltung gegenüber sexuellen Dingen führt auch zu einer besseren Kommunikation mit dem Partner. Daher sollten sexuelle Themen ein täglicher Gesprächsstoff in jeder Familie sein.


Die Beziehung zum Kind pflegen und ihm eine liebevolle Partnerschaft und Sexualität vorleben
Die spätere Liebesfähigkeit und das Sexualerleben eines Kindes wird bereits in den ersten Lebensjahren vom Verhältnis der Eltern zu ihrem Kind und dem Umgang mit ihm geprägt. Später wird es geprägt durch den Umgang der Eltern miteinander. Es ist die Wahrnehmung der gegenseitigen Liebe der Eltern oder Bezugspersonen und die Erkenntnis, dass ihre Geschlechtsbeziehung aus dieser Liebe gespeist wird. Es ist die Erkenntnis, dass die Menschen, die einem selbst Liebe und Zärtlichkeit geben, diese sich auch gegenseitig geben können.

Deshalb ist es so wichtig, Kindern eine gute Partnerschaft und erfüllte Sexualität vorzuleben. Sexualität entsteht nicht von allein, sondern muss erfahren werden im sozialen Kontakt mit den Eltern und anderen Bezugspersonen. Sie ist nicht von der Natur vorprogrammiert, sondern orientiert sich an dem Vorbild der anderen, besonders der Erwachsenen.


Die Vermeidung ungewollter Schwangerschaften - über Verhütung sprechen
Eine wichtige Aufgabe der Eltern besteht darin, ihr Kind vor ungewolltem Nachwuchs zu bewahren. Ebenso wie über körperliche Veränderungen und sexuelle Themen sollte ganz selbstverständlich und immer wieder über Verhütung gesprochen werden. Denn nur durch die elterliche Bereitschaft, die Sexualität des Jugendlichen zu akzeptieren - ohne ihn als "unreif" zu bezeichnen oder den Partner/die Partnerin schlecht zu machen -, wird er ihnen sein Vertrauen schenken und offen für ihre Informationen und Ratschläge sein.

Bei solchen Gesprächen sollten Eltern ihren Kindern Mut machen, sich dem Zwang der Gruppe und der Medien zu entziehen und mit dem ersten Verkehr so lange zu warten, bis sie selbst ihn wünschen und ihn mit einem Partner erleben können, den sie mögen und respektieren. Diese Gespräche sollten selbstverständlich ebenso mit Jungen wie mit Mädchen geführt werden. Jungen tragen dieselbe Verantwortung für die Verhütung wie Mädchen.

Haben Eltern ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Kind, werden sie sicherlich auch einbezogen, wenn das Kind in eine Notlage gerät. Das kann z. B. der Fall sein, wenn bei der Tochter durch einen ungeschützten Geschlechtsverkehr die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft besteht. In diesem Fall kann die "Pille danach" helfen, die spätestens 48 Stunden nach dem Verkehr eingenommen werden muss und die jeder niedergelassene Arzt rezeptieren kann.

Doch auch die Zuverlässigkeit der Verhütung ist nicht immer gewährleistet; daher entstehen nach einem Geschlechtsverkehr oft große Ängste. Sprechen Mädchen diese Ängste an, so sollten die Eltern mit dem Mädchen möglichst rasch einen Frauenarzt aufsuchen, der dann entweder beruhigen oder bei einer schon eingetretenen Schwangerschaft mit der Jugendlichen und den Eltern nach einer Lösung suchen kann.


Quelle
Roswitha, Spallek: Pubertät - Konflikte verstehen